Schönsein ist alles

Das entscheidende Kriterium, anhand dessen der Moderne seinen Wert bemisst, ist Zustimmung. Zustimmung lässt sich am einfachsten, das liegt in der Natur der Sache,  dadurch erzeugen, dass man zunächst einmal so ist und sich so verhält und so präsentiert, wie es am wenigsten Anstoß bei anderen erregt. Wenn man dazu dann noch einfach nichts mehr sagt, sondern nur noch spricht und darin Allgemeinplätze äußert, steht der Zustimmung nichts mehr im Wege. Noch einfacher ist es jedoch, noch nicht einmal mehr zu sprechen, sondern sich nur noch zu präsentieren – und zwar so, wie es der so genannte „Mainstream“ erwartet. Wer aufmerksam „soziale Netzwerke“ beobachtet, wird feststellen, dass insbesondere die jungen Damen und Herren sich immer in denselben Posen fotografieren – und das reichlich. Von diesen Posen versprechen sie sich offenbar, besonders „sexy“ oder attraktiv zu wirken, womit sich immer Zustimmung erzeugen lässt. Schön zu sein wird so zur vornehmlichsten Lebensaufgabe des Modernen, nachdem er sich eines anderen Lebensziels ja selbst beraubt hat, als er die Ethik in Misskredit brachte. Fortan ist es nicht mehr erstrebenswert, seinen Selbstwert daraus zu beziehen, ein guter Mensch zu sein oder sich zu fragen, was der eigene Platz in der Welt ist. Schönheit ist der Maßstab, an dem der Moderne – von anderen – gemessen wird und aus dem sich sein Wert in der Währung der Zustimmung ergibt.

weiterlesen Schönsein ist alles

In einer ästhetischen Welt gilt um so mehr: „sex sells“

Der Trend, das eigene Ich zum alleinigen Gegenstand der Kunst zu machen, greift nicht nur in der Literatur (siehe: Der moderne Rückzug in die Individualität in Kunst und Literatur) um sich, sondern auch in der Fotografie.

weiterlesen In einer ästhetischen Welt gilt um so mehr: „sex sells“

Das ästhetische Leben ist Verzweiflung

Der Artikel Hauptsache schön: von der Ethik zur Ästhetik endete mit der Frage, ob die Ästhetik allein ein ausreichendes Urteilskriterium ist. Ich habe schon angedeutet, dass das nicht der Fall ist. Doch was sind die Gründe dafür?

weiterlesen Das ästhetische Leben ist Verzweiflung

Hauptsache schön: von der Ethik zur Ästhetik

Ethik und Ästhetik, neben der Wahrheit zwei der seit Platon kanonischen drei Disziplinen der Philosophie, wurden in der griechischen Antike als derart zusammenhängend gedacht, dass sie jeweils nicht allein auftreten konnten. Eine Person war niemals nur schön. Um schön zu sein, musste man gleichzeitig auch gut sein. Schönheit war also ein sittlich-ästhetisches Konzept, wie auch Gutsein notwendig eines ästhetischen Aspekts bedurfte.

weiterlesen Hauptsache schön: von der Ethik zur Ästhetik